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oegdi-news 06/03/2017
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Sehr geehrte ÖGDI-Mitglieder,
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

Nachfolgend unser neuer ÖGDI-Newsletter mit Informationen aus der Welt der "Information & Dokumentation".

6. Tag der Bibliotheken


11.03.2017 in Berlin und Brandenburg an der BTU Cottbus-Senftenberg;
Das aktuelle Programm finden Sie unter:
https://www-docs.b-tu.de/bibliothek/public/wirueberuns/tdb2017_programm.pdf
Anmeldung unter:
https://www.b-tu.de/bibliothek/wir-ueber-uns/zentralcampus-cottbus/veranstaltungen/anmeldeformular

Konferenz zur asiatischen Patentinformation

"East meets West"


6.-7. April 2017, im Austria Trend Hotel Savoyen, Wien;
Austausch mit Experten aus aller Welt über aktuelle Entwicklungen asiatischer Patentinformation;

Nähere Informationen zum Programm sowie das Registrierungsformular finden Sie unter www.epo.org/emw2017
Anmeldeschluss ist der 24. März 2017. Weitere Fragen beantworten die Organisatoren gern unter asiainfo@epo.org.

DGI-Forum Wittenberg

"Am Anfang war das Wort – aber wer hat heute das Sagen? Sprache, Wahrheit und Datensouveränität in modernen Kommunikationswelten"


7. bis 9. September 2017
Details und Anmeldung unter http://dgi-info.de/events/dgi-forum-wittenberg-2017/

5th European Conference on Information Literacy (ECIL2017)

"Workplace Information Literacy"


18-21 September 2017 in Saint-Malo, France;
ECIL aims to bring together researchers, information professionals, employers, media specialists, educators, policy makers and all other related parties from around the world to exchange knowledge and experience and discuss recent developments and current challenges in both theory and practice.

For more information, please refer to conference webpage http://ecil2017.ilconf.org/

In Memoriam:

Dr. Eugene Garfield (1925-2017)


Der Gründervater des "Web of Science" von Clarivate Analytics (ehemals ISI Institute of Scientific Information), Dr. Eugene Garfield, ist am 26. Februar 2017 im Alter von 91 Jahren gestorben.
"Wir geben die Nachricht über den Tod von Dr. Eugene Garfield in tiefer Trauer bekannt", sagte Jay Nadler, CEO von Clarivate Analytics. "Die Arbeit von Dr. Garfield hat die Art und Weise geformt, wie auf Forschung zugegriffen und wie sie in der ganzen Welt beurteilt wird." (OTS Presseaussendung)

Im Jahr 1964 veröffentlichte das von Garfield ursprünglich gegründete Institute for Scientific Information, das auch der Vorgänger von Clarivate Analytics ist, den ersten Science Citation Index. Diese Quelle erfasste die Bibliografie- und Zitatinhalte der weltweit einflussreichsten wissenschaftlichen Zeitschriften und ermöglichte es den Nutzern, zitierten Verknüpfungen zu folgen, um die für ihre Arbeit wichtigste spezialisierte Forschung zu finden.
Zitatindexierung wurde ursprünglich für die Informationsbeschaffung entwickelt. Sie lieferte aber mithilfe der Erfassung der Häufigkeit, mit der bestimmte Arbeiten in Fußnoten aufschienen oder in anderen Artikeln zitiert wurden, auch Daten für die Bewertung der Auswirkung ("Impact") einer bestimmten Forschungsarbeit oder eines bestimmten Journals.

Am 26. Mai 2004 war Eugene Garfield auf Einladung von ÖGDI und VÖB zu einem Vortrag am Österreichischen Staatsarchiv zu Gast. Der Titel seines Vortrages lautete "The Role of Citation Analysis in the History and Evaluation of Science - Conversation with Eugene Garfield". Diese Veranstaltung war nicht nur hinsichtlich Besucherzahl und Medienecho ein Highlight unter den ÖGDI-Veranstaltungen.

Term of the Month: aus aktuellem Anlass

BIBLIOGRAFIE & BIBLIOMETRIE


Bibliografie bedeutet nach Duden ein "Verzeichnis, in dem Bücher, Schriften, Veröffentlichungen einer bestimmten Kategorie angezeigt und (besonders nach Titel, Verfasser[in], Erscheinungsjahr und -ort) beschrieben werden", also quasi eine 'Bücherbeschreibung', wie es die altgriechischen Wortteile ausdrücken. Mit Kategorie kann ein Autor, aber auch ein Sachgebiet gemeint sein. Damit geht eine Bibliografie umfänglich über das übliche Literaturverzeichnis der in einem Werk zitierten Literatur hinaus. Allerdings besteht auch letzteres aus bibliografischen Angaben bzw. Beschreibungen, deren Zweck es ist, die zitierten Texte eindeutig zu identifizieren, sodass sie jederzeit wiedergefunden werden können. Auf diese Weise kann man fremde Erkenntnisse verwenden, ohne sich des Plagiarismus schuldig zu machen. Gleichzeitig werden Aussagen, die sich auf fremde Erkenntnisse berufen, leichter überprüfbar - ein unverzichtbares Merkmal wissenschaftlicher Arbeit.

Unter Bibliographieren versteht man nicht mehr primär die Erstellung einer Bibliografie, sondern eher die Literatursuche mithilfe von Bibliografien. Da bibliografische Angaben heute idealerweise in Datenbanken erfasst werden, wird Bibliographieren immer mehr durch 'Datenbank- bzw. Literaturrecherche' oder auch 'Retrieval' ersetzt. Auf der Suche nach Literatur kann man viel Zeit sparen, wenn man sich zuerst über facheinschlägige Bibliografien oder Datenbanken kundig macht.

Für die Erfassung und Verarbeitung bibliografischer Angaben, der sogenannten Metadaten, kommen in Bibliotheken bibliografische Regelwerke (z.B. das internationale Regelwerk Resource Description and Access (RDA) oder die Gemeinsame Normdatei GND) bzw. standardisierte Austauschformate (z.B. MARC 21) zur Anwendung.

Ein Beispiel für eine bekannte Bibliografie ist das "Verzeichnis Lieferbarer Bücher" (VLB) mit seiner Rechercheplattform buchhandel.de, wo rund 2,5 Millionen Titel aus mehr als 21.000 Verlagen erfasst sind.
Nationalbibliografien listen alle Publikationen eines bestimmten Landes oder Sprachraums auf (z.B. als Jahresband oder auf CD-ROM). Zu diesem Zweck müssen der jeweiligen Nationalbibliothek von jeder Publikation sogenannte Pflichtexemplare (per Gesetz) überlassen werden.

1898 gründeten Paul Otlet und Henri La Fontaine in Brüssel das "Institut International de Bibliographie" (IIB) mit dem Ziel, das gesamte Schrifttum der Welt als Bibliografie zu erfassen. Doch schon damals wurde klar, dass sich Bücher nur bedingt zur Dokumentation von Wissen eigneten. Das bibliothekarische Paradigma und mit ihm das Prinzip der Monographie wurde durch die "Dokumentation" von Information und Wissen als neues Prinzip der Wissensorganisation abgelöst, damals mithilfe von Zettelkatalogen, später mit Mikrofilm und schließlich mit Datenbanken und deren Vernetzung über das Internet. (nach: Frank Hartmann, 2015, "Paul Otlets Hypermedium. Dokumentation als Gegenidee zur Bibliothek." LIBREAS, Library Ideas, 28, http://libreas.eu/ausgabe28/04hartmann/)

In der Folge wurde das IIB in "Institut International de Documentation" (IID) und schließlich in "Fédération Internationale d'Information et de Documentation" (FID) umbenannt. 2002 wurde die FID aufgelöst. Auch die Dokumentationswissenschaft hat sich als eigenständige Disziplin überlebt. Bibliografie und Dokumentation leben jedoch in Datenbanken, Internet-Portalen und Suchmaschinen fort. An die Seite der Wissensorganisation durch Informationsexperten tritt die Informationskompetenz als neue Kulturfertigkeit.

Bibliografie ist nicht zu verwechseln mit Bibliometrie, einer Teildisziplin der Szientometrie (Vermessung der Wissenschaften). Darin geht es um die Vermessung von Publikationen zwecks Quantifizierung des Forschungs-Output von Wissenschaftlern, Forschungseinrichtungen oder ganzer Länder. Statistische Kennzahlen werden zu Leistungsindikatoren aggregiert, um sie in der Forschungsevaluation einsetzen zu können.

Einer dieser Indikatoren ist der "Journal Impact Factor", der sich aus der Zitationshäufigkeit der in einem Journal publizierten Aufsätze in darauf folgenden Aufsätzen errechnet und aus dem die Relevanz dieses Journals und gelegentlich, wenn auch irrtümlich, die Relevanz einzelner Aufsätze und sogar deren Autoren abgeleitet wird - je häufiger, desto relevanter für ein bestimmtes Fach, zumindest statistisch betrachtet. Moderne Journal Rankings beruhen auf solchen Impact-Faktoren.

Mit der Entwicklung des Science Citation Index (SCI) für medizinische, technische und naturwissenschaftliche Zeitschriften durch Eugene Garfield im Jahr 1963 schaffte die Bibliometrie die Anerkennung als Wissenschaftsdisziplin.

In sogenannten Science Maps können bibliografische Daten (z.B. Autoren) mit bibliometrischen Daten (z.B. Zitierhäufigkeit) kombiniert und visualisiert werden. Auf diese Weise können nicht nur "Publizierkartelle" transparent gemacht werden.

Neuere Methoden werten u.a. die Klickraten aus, also wie oft ein im WWW publizierter Text angeklickt wurde, um Rückschlüsse auf die Relevanz bzw. den Impact (Einfluss) des Artikels zu ziehen. Google gehörte zu den ersten Suchmaschinen im WWW, die bei der Bewertung von Internet-Seiten auch die Anzahl der Verlinkungen ("Zitierungen") berücksichtigten (PageRank-Algorithmus). Im Bereich des Web 2.0 kommt dem Like-Button eine ähnliche Funktion zu.
Redaktionsschluss für die nächsten oegdi-news ist am 2. April 2017. Beiträge sind immer gerne willkommen!

Mit freundlichen Grüßen

Hermann Huemer
oegdi-news-Redaktion
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