Der für 08.04. geplante Vortrag des ÖGDI-Vorsitzenden Gerhard Fröhlich an der Universität Bern zum Thema „Plagiate in der publish-or-perish-Wissenschaftswelt“ wird in dieser Form nicht stattfinden. Eventuell wird die Veranstaltung digital durchgeführt & dokumentiert – damit ist sie auch für Interessierte zugänglich, die nicht nach Bern reisen können. Bewährt hat sich die digitale Dokumentation bereits 2015 bei einer Keynote zum Thema „Wissenschaftsethos im Niedergang?“ an der Universität Mainz.

Wir alle assoziieren Plagiat mit „abschreiben“. Doch sind Textplagiate im engen Sinn (Text A kupfert Text B ab) nur ein Teil des Problems. Plagiat als „ungerechtfertigte Anmaßung von Autorenschaft“ kann sich auf Bilder, Forschungsanträge und vieles andere beziehen. Auch von Ghostwritern erstellte Prüfungsarbeiten fallen darunter. Nur manche müssen für Ghostwriter zahlen: In der US-Pharmaforschung soll es häufig vorkommen, dass sich UniversitätsprofessorInnen ohne jedwede Arbeitsleistung als AutorInnen nennen lassen /gegen Honorarzahlung), und zwar von Studien, die von Ghostwritern einer Pharmafirma verfasst wurden. Die Ghostwriter und die Pharmafirmen werden hingegen verschwiegen, um den Nimbus der „Objektivität“ zu pflegen. „Autoplagiate“ sind eigentlich ein Oxymoron (die Wortbestandteile widersprechen einander), können aber vor allem medizinische Meta-Analysen verzerren (z.B. Therapieerfolge verschönen) oder bei der Vortäuschung von Studien (Datenerfindung) eingesetzt werden. (Abstract zum Vortrag)

Der Vortrag ist Teil eines Collegium generale, das unter dem Titel „Alles falsch“ an der Universität Bern stattfindet. Ein Eintrag zum Vortrag mit allgemeiner Veranstaltungsbeschreibung findet sich hier – es gibt auch einen Folder mit allen Terminen.

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