Symposion 2025: „De-Zivilisierung, De-Legitimierung“
Zivilisierung im Sinne von Norbert Elias bedeutet Abnahme von Gewalt, Abnahme von Fremdzwang, Zunahme von Selbstkontrolle.
Aufgrund der recht widersprüchlichen Entwicklungen der letzten Jahre bzw. Jahrzehnte sprechen immer mehr ExpertInnen von einer Gegenbewegung, der „Dezivilisierung“. Auch die De-Legitimierung hat damit zu tun…
ExpertInnen aus Ökonomie, Kunstgeschichte, internationalen Organisationen, Kulturtheorie und Informationswissenschaft widmen sich dem Themenkomplex, v.a. auch den neueren Entwicklungen (Digitalisierung, AI).
Das Symposion 2025 des Kulturinstituts an der Johannes Kepler Universität Linz fand in enger Zusammenarbeit mit der Österreichischen Gesellschaft für Dokumentation und Information (ÖGDI) statt. Wir danken der Sektion Kulturtheorie und Kulturforschung der Österreichischen Gesellschaft für Soziologie (ÖGS) für ihre Beteiligung.
Symposion 2024: WISSENSCHAFTEN IN GESELLSCHAFT
„Eine unserer Ausgangsthesen: Wir sollten nicht von Wissenschaft in der Einzahl, sondern von Wissenschaften in der Mehrzahl sprechen. Auch Skepsis und Kritik von „wissenschaftsfernen“ Personen
bezieht sich oft auf bestimmte Wissenschaften. Das Vertrauen in Informatik/AI und in die Wirtschaftswissenschaften soll dabei (neben Klimawissenschaften) in Österreich am geringsten sein
(https://www.oeaw.ac.at/wissenschaftsbarometer/ergebnisse, Frage 4, i.A. der Akademie der Wissenschaften, Wien).
Anderen Wissenschaften wird hingegen mehr Vertrauen entgegengebracht.
Aber ist „Vertrauen“ im Zusammenhang mit Wissenschaften überhaupt angemessen? In den Wissenschaften selbst wird ja ausgiebig Kritik geübt. Pluralismus, Kritik und Gegenkritik, (geistige)
Konkurrenz sind kein Schwächemerkmal von Wissenschaften, sondern, so sind Wissenschaftsphilosophen wie Sir Karl Popper überzeugt, unverzichtbare Grundlage wissenschaftlichen Denkens und Tuns (und auch von demokratischen Gesellschaften).
Das „wissenschaftliche Betriebssystem“, d.h. WIE Wissenschaften tatsächlich arbeiten, jenseits von Genie- Mythen, scheint ein ziemlich unbekanntes Wesen zu sein, Wir wollen daher das wissenschaftliche Ethos (nach Robert K. Merton) als Ideal und ihre Stolpersteine in den rauen Alltagen der Wissenschaften beleuchten. Auch die Skepsis und Kritik von „wissenschaftsfernen“ Personen sollten ernster genommen werden. In unseren Gesprächen in Estland und OÖ haben wir interessante Kommentare zu hören bekommen…“
Das Symposion 2024 des Kulturinstituts an der Johannes Kepler Universität Linz fand in Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für Dokumentation und Information (ÖGDI) statt.